Die Stadt Gera und ein Museum

Seit 2 Wochen läuft die Unterschriftensammlung für den Erhalt des Ferberschen Hauses  im städtischen Eigentum und die Sicherung des Museums für angewandte Kunst (MAK) unter der Trägerschaft seines engagierten Fördervereins. In dieser kurzen Zeit haben fast 600 Bürger ihre Unterschrift für dieses Anliegen gegeben, ihre Reaktionen schwankten zwischen Unverständnis und Empörung ob der Heimlichtuerei der Stadtverwaltung und der offensichtlichen Missachtung des bürgerschaftlichen Engagements bei gleichzeitiger Protektion spekulativer Machenschaften der Profiteure der Stadtwerkeinsolvenz. Erneut in der Kritik war die Verschleierungs- und Hinhaltestrategie der OB und ihrem zuständigen Fachdienstleiters, der zugleich für die „Öffentlichkeitsarbeit“ der Stadtverwaltung zuständig ist.
 
Nachdem die Bürger aus der Presse über den, bereits vollzogenen, Verkauf des Ferberschen  Hauses an einen Unbekannten informiert wurden und die Sorge um den Erhalt des Museums erneut um sich griff wurde eilig von der Fraktion der LINKEn eine Vorlage zur nächsten Stadtratssitzung eingebracht, die regeln soll, unter welchen Auflagen derartiger Handel mit unserem kommunalen Kulturgut stattzufinden hat, um die öffentliche Nutzung und das öffentliche Interesse sicherzustellen. Mit dürren Worten behauptet nun die OB, sekundiert von ihren Dezernenten, dass der Stadtrat keine Kompetenz  für derartige Regelungen habe und schiebt eine angebliche Stellungnahme ihres Rechtsamtes vor, die allerding, zumindest in Schriftform, nicht vorliegt.
 
Nachdem der zuständige Fachdienstleiter über Jahre die Aktivitäten des Fördervereins zum Erhalt des Museums ins Leere laufen ließ und seinerseits keinerlei Anstalten machte, ein tragfähiges Konzept vorzulegen, kam am 21.11.17 ein  erstes Gespräch zwischen ihm und dem Förderverein über das, seit Jahren vorliegende,  Betreiberkonzept des Vereins zu Stande. Auch hier war Hinhalten, Verschleiern und Verharmlosen Sinn und Ziel der Verwaltung, denn zeitgleich wird mit der aktuellen Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzeptes die Schließung des Museums zum 31.12.2018 geplant; dem ominösen Erwerber des Ferberschen Hauses also freie Hand für die Verwirklichung seiner ganz persönlichen Interessen gegeben. Warum die OB und ihr Fachdienstleiter so uneigennützig die Interessen eines Einzelnen über das öffentliche Interesse stellen erschließt sich bislang nicht.
 
Der zuständige Fachdienstleiter, in der gestrigen Sitzung des Bildungs- und Kulturausschusse dazu öffentlich befragt, starrte wortlos in die Luft. Mehr Überheblichkeit und Missachtung war ihm die Angelegenheit nicht wert.
 
Unser Einwohnerantrag hatte bereits mit der Übergabe der ersten Listen das erforderliche Limit von 300 erreicht. Eine Reaktion der Stadtverwaltung dazu gibt es bislang nicht. Man ist offenbar fest entschlossen, das Geschäft gegen die Interessen der Bürger abzuwickeln. Jetzt ist es an den Bürgern und ihren Stadträten, zu zeigen, wer der Souverän ist. Unser Antrag kann weiterhin unterschrieben werden. Er liegt in der Geschäftsstelle der OTZ/TLZ und im METROPOL-Kino aus und kann unter gera-transparent.de im Internet heruntergeladen werden.
Ernst-Dietrich Färber

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