Pressemitteilung der Piratenpartei zum Bebauungsplan Braustraße

In der Stadtratssitzung am Donnerstag  steht  die Aufstellung eines Bebauungsplanes zur Erweiterung des Fachmarktzentrums Braustraße auf dem Pfortener Berg zur Diskussion. 2.400 m² Lebensmitteleinzelhandelsfläche sollen hier zusätzlich entstehen. Der Standort außerhalb des Wohngebietes, der ohne ausreichende ÖPNV-Anbindung nur mit eigenem Fahrzeug erreichbar ist wurde im Bauausschuss von dessen Vorsitzenden Dannenberg (CDU) vorab zum Nahversorgungsstandort umgewidmet. Die Diskussion  erinnerte in fataler Weise an die Zeiten, als von der gleichen Partei die zwischenzeitlich gescheiterte Initiative zum Umbau der Industriestadt Gera in eine Handelsstadt ausging.
 
Erst im Dezember letzten Jahres wurde ein Bebauungsplan zur Beseitigung des jahrzehntealten Schandflecks „Wintergarten“ und zur Belebung des, von Leerstand und Sanierungsrückstau gezeichneten, Quartiers auf den Weg gebracht. Nun wird von interessierter Seite dieser Standort schlecht geredet und dafür der abgelegene Standort auf dem Berg angepriesen.
 
„Kurioserweise wird die Vorlage nicht von den Fachleuten der Stadtplanung im Baudezernat sondern von der Wirtschaftsförderung eingebracht, die sich eigentlich dringlich um die Entwicklung und Ansiedlung von Industriebetrieben im Industriegebiet Cretzschwitz kümmern müsste“ meint der Kreisvorsitzende der Piratenpartei Färber und verweist zudem auf das, im letzten Jahr endlich verabschiedete Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das eindeutig Prioritäten auf eine quartiersbezogene Nahversorgung und die Belebung der Innenstadt setzt. „Statt sich mit Kannibalisierungsaktivitäten großer Handelsketten in Tinz, auf der Michhofruine oder an der Braustraße zu beschäftigen sollte man sich besser auf das seit 10 Jahren leer stehende HERTIE-Stammhaus auf der Sorge und die zwei, wegen Leerstands von der Schließung bedrohten Objekte „Amthorpassage“ und „Elsterforum“ bemühen.“ so Färber weiter.
 
Die Piraten lehnen jedenfalls das Vorhaben ab und sind gespannt, ob sich am Donnerstag die Interessen zweier Handelsketten gegen sinnvolle, bürgernahe und umweltfreundliche Lösungen durchsetzen können.
Ernst-Dietrich Färber
Vorsitzender Kreisverband Gera

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